TI-Messenger

TI-Messenger: Die Integration in das KIS

25.6.26
9
Min. Lesezeit
Mehmet Tamer
Famedly-Experte

Wer den TI-Messenger ans KIS anbinden will, kennt das Muster: Die Technik steht in Stunden, die interne Abstimmung zieht sich über Wochen. Famedly setzt die technische Anbindung schnell um und begleitet den gesamten Prozess, von der Infrastruktur bis zum Go-live. Was dabei zu klären ist, zeigt dieser Leitfaden.

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TI-Messenger: Die Integration in das KIS

Unikliniken, Krankenhäuser, Pflegedienste und Apotheken nutzen Famedly

Wer den TI-Messenger ans KIS anbinden will, kennt das Muster: Die Technik steht in Stunden, die interne Abstimmung zieht sich über Wochen. Famedly setzt die technische Anbindung schnell um und begleitet den gesamten Prozess, von der Infrastruktur bis zum Go-live. Was dabei zu klären ist, zeigt dieser Leitfaden.

Das Thema kurz und kompakt

  • Patientenkontext direkt im Chat: KIS-Integration bringt Kommunikation und Dokumentation zusammen, ohne dass Informationen manuell übertragen werden müssen.
  • Technik schnell, Abstimmung langsam: Die technische Anbindung steht oft in wenigen Stunden. IT, Datenschutz und Fachbereich brauchen erfahrungsgemäß länger.
  • Pragmatischer Einstieg: Erst mit dem Standalone-Client starten und Akzeptanz schaffen, dann die KIS-Anbindung nachziehen, statt auf die Vollintegration zu warten.
  • Schneller starten mit Famedly: Als der damals erste gematik-zugelassene TI-Messenger-Anbieter ist Famedly bereits in das x-tention Patientenportal integriert und bringt bewährte KIS-Anbindungen mit.

Ein Oberarzt schreibt im Messenger: „Bitte ab morgen Paracetamol 500 mg geben." Die Anordnung steht, der Patient ist eindeutig, der Verlauf nachvollziehbar. Nur: Wer überträgt das jetzt ins Krankenhausinformationssystem? Genau hier entscheidet sich, ob ein TI-Messenger die Kommunikation entlastet oder eine zweite Dokumentationsschicht erzeugt. Wer als IT-Leitung oder Digitalisierungsbeauftragter mitten in der Evaluierung steckt, kennt diese Spannung zwischen Kommunikationsrealität und Dokumentationspflicht. Famedly bringt aus über 8 erfolgreichen IT-Integrationen in Kliniken die Erfahrung mit, diese Lücke planbar zu schließen, statt sie auf das Personal abzuwälzen.

Warum scheitert die manuelle Übertragung zwischen Messenger und KIS?

Sobald Nachrichten per Hand aus dem Chat ins KIS übertragen werden, entsteht ein Medienbruch: Pflegekräfte und Ärzte dokumentieren dieselbe Information zweimal, einmal im Verlauf, einmal in der Patientenakte. Beim Schichtwechsel gehen Details verloren, weil keine strukturierte Übergabe stattfindet. Copy-Paste-Vorgänge sind zudem ein Compliance-Problem, da Inhalte unkontrolliert kopiert, gekürzt oder im falschen Fall abgelegt werden können.

WhatsApp-ähnliche Behelfslösungen scheitern nicht nur am Datenschutz. Sie versagen auch prozessual, weil es keinen strukturierten Rückfluss in die Patientenakte gibt. Eine Wundfotodokumentation oder eine Anordnung wie „Paracetamol 500 mg ab morgen" bleibt im Chat hängen. Ohne Schnittstellenfunktionalität KIS entsteht eine Parallelwelt, in der relevante Behandlungsinformationen außerhalb des dokumentationspflichtigen Systems landen.

Die manuelle Übertragung scheitert an: 

  • Dokumentationslücken durch nicht übertragene Anordnungen und Befunde
  • Haftungsrisiken bei unvollständiger oder verzögerter Aktenführung
  • Zeitverlust durch doppelte Erfassung in Chat und Patientenakte
  • Compliance-Verstöße gegen DSGVO und Dokumentationspflichten

Drei Beispiele, wie die KIS-Anbindung klinische Abläufe verbessern kann

Die folgenden drei Anwendungsfälle zeigen, was sich konkret verändert, sobald Messenger und Primärsystem zusammenarbeiten: 

Anwendungsfall Ohne Integration Mit KIS-Anbindung
Konsilanfragen im Patientenkontext Rückfragen per Telefon, Fallnummer wird mündlich genannt, Ergebnis manuell in die Akte übertragen. Anfrage entsteht direkt aus dem Patientenkontext, Rückmeldung wird über den fallbasierten Chatraum automatisch dokumentiert.
Lückenlose Schichtübergaben Wichtige Hinweise aus dem Nachtdienst landen auf Notizzetteln oder in privaten Chats. Übergabe als Sprach- oder Textnachricht im Fallraum, per Chat-Export strukturiert in der Patientenakte abgelegt.
Schnellere Zuweiserkommunikation Arztbrief per Fax, Rückfragen per Telefonzentrale, Verzögerungen bis zur Nachsorge. Arztbrief und Befunde laufen über den TI-Messenger direkt aus dem KIS an den niedergelassenen Kollegen.



Allen drei Beispielen liegt dasselbe Prinzip zugrunde: Kommunikation und Dokumentation wachsen zusammen, statt parallel zu laufen. Informationen verlassen den Chat nicht mehr ungespeichert, Schichten geben nichts Wichtiges verloren, und Zuweiser erhalten Inhalte ohne Medienbruch.

Vier Weichenstellungen, bevor Sie den TI-Messenger ans KIS anbinden

Ob die Anbindung an Primärsysteme reibungslos läuft oder zum Dauerprojekt wird, entscheidet sich vor dem ersten technischen Schritt. Wer die passende TI-M-Variante, den Zulassungsstatus des Integrationsmoduls, die Schnittstellenanforderungen und das Einstiegsszenario früh klärt, vermeidet teure Korrekturschleifen mit IT, Datenschutz und KIS-Herstellern. Die folgenden vier Weichenstellungen zeigen, welche Fragen Sie intern und mit Ihrem Anbieter beantworten sollten, bevor die Integration in KIS startet.

TI-Messenger ans KIS anbinden mit Famedly: TI-M-Variante wählen, Zulassungsstatus prüfen, Schnittstelle verstehen und Einstieg definieren
  1. TI-M Pro, TI-M ePA oder TI-M Connect: Was passt zu Ihrem Anwendungsfall?

Nicht jede TI-Messenger-Variante ist für die KIS- oder PVS-Anbindung gleich weit. Für Leistungserbringer, die heute kommunizieren und erste Schritte zur KIS-Anbindung gehen wollen, ist TI-M Pro die relevante Wahl. Die drei TI-Varianten im Überblick:

  • TI-M Pro ist heute die richtige Wahl für die Kommunikation zwischen Leistungserbringern, inklusive erster API-basierter Anbindung an KIS zur Dokumentenablage direkt aus dem Messenger heraus.
  • TI-M Connect bringt die tiefe, native Integration in KIS-Workflows sowie die Anbindung von Drittplattformen und Patientenportalen, als nächste Ausbaustufe der gematik-Spezifikation.
  • TI-M ePA deckt die Kommunikation über die Versicherten-Apps der Krankenkassen ab.

Der Headless Client ist dabei die Schlüsselkomponente: Er ermöglicht die nahtlose Einbindung in Primärsysteme ohne eigene Oberfläche, sodass Nutzer direkt aus dem KIS heraus chatten.

  1. Zulassungsstatus des Integrationsmoduls prüfen

Die Messenger-Zulassung und die Zulassung des Integrationsmoduls sind zwei getrennte gematik-Prozesse. Ein zugelassener TI-Messenger sagt noch nichts darüber aus, ob sein Modul zur KIS-Anbindung formal zugelassen ist. Wer das übersieht, riskiert einen Anbieter zu beauftragen, dessen Integrationspfad auf dem Papier existiert, in der Praxis aber noch nicht einsetzbar ist.

Konkret bedeutet das: Prüfen Sie vor der Vergabe nicht nur die Messenger-Zulassung, sondern gezielt den Zulassungsstatus des jeweiligen Integrationsmoduls. Verbindliche Auskunft liefert ausschließlich das gematik Fachportal. Famedly verfügt sowohl über eine Produkt- als auch eine Anbieterzulassung der gematik, ist ISO 27001-zertifiziert und hostet alle Daten in deutschen Rechenzentren. Die Integration in das x-tention Patientenportal ist bereits produktiv im Einsatz.

  1. Schnittstellen-Anforderungen A_25544 und A_25545 verstehen

Die gematik-Spezifikation gemSpec TI-M Pro regelt den Datenaustausch mit Drittsystemen über zwei zentrale Anforderungen: 

  • A_25544 erlaubt (KANN) dem TI-M Client Pro eine Schnittstelle für den Zugriff aus PVS, KIS, AVS und Archivsystemen anzubieten, ist also die Grundlage für jede Primärsystem-Integration. 
  • A_25545 verpflichtet (MUSS) dazu, Nutzer beim Export aus dem geschützten Bereich klar darüber zu informieren, welche Daten in welches Drittsystem fließen. 

Für IT-Teams und Datenschutzbeauftragte bedeutet das: Datenschutzfolgenabschätzung und Nutzerführung müssen den Export sichtbar abbilden. Primärquelle bleibt die gematik-Spezifikation.

  1. Pilotbetrieb oder Vollintegration: Welcher Einstieg passt zu Ihrer Einrichtung?

Für die meisten Häuser ist ein Pilotbetrieb mit Standalone-Client der schnellste Weg zu sichtbarer Akzeptanz: Ein Fachbereich wie Dermatologie oder Radiologie startet, sammelt Use Cases und erzeugt Nachfrage in benachbarten Abteilungen. Parallel planen Sie mit dem Anbieter die KIS-Anbindung, und klären den Schnittstellenweg, die Zielarchitektur und die Einbindung des KIS-Herstellers, sodass die Integration auf einer produktiv getesteten Basis aufsetzt.

Das Argument „lieber abwarten, bis die Vollintegration steht" ist riskanter: Solange WhatsApp, Signal und private Mailadressen weiterlaufen, bleiben Compliance-Lücken aktiv, Haftungsrisiken bestehen, und Personal gewöhnt sich weiter an unsichere Wege. Ein früher Pilot schließt diese Lücken sofort und macht die spätere KIS-Anbindung zum geplanten Implementierungsschritt statt zum Großprojekt.

Wer liefert was: Aufgabenverteilung zwischen Einrichtung, Messenger-Anbieter und KIS-Hersteller

Eine realistische Aufteilung sieht so aus: 

  1. Der Messenger-Anbieter liefert die Schnittstelle, dokumentiert die Datenflüsse und übernimmt das Projektmanagement bis zum Go-live. 
  2. Der KIS-Hersteller stellt die Gegenstelle bereit, etwa über HL7 v2 oder FHIR, und gibt Testumgebungen frei. 
  3. Die Einrichtung verantwortet die Anbindung an ihren Identity-Provider wie Active Directory oder Entra ID, die Netzwerkfreigaben in der DMZ und die Datenschutzfolgenabschätzung.

Unterschätzt wird regelmäßig der interne Koordinationsaufwand: Datenschutzbeauftragte müssen den Datenfluss aus dem verschlüsselten Client ins KIS bewerten, der Betriebsrat eine Stellungnahme zur Nutzung abgeben und die SMC-B-Verwaltung freigeben, wer die Einrichtung im Verzeichnisdienst repräsentiert. Wer diese Stakeholder erst beim Pilotstart anspricht, verliert mehrere Wochen.

Die folgende Checkliste fasst die typische Aufgabenverteilung zusammen:

Einrichtung Messenger-Anbieter KIS-Hersteller
Identity-Provider anbinden (Active Directory, Entra ID) Schnittstelle und Headless Client bereitstellen HL7-v2- oder FHIR-Endpunkt bereitstellen
Datenschutzfolgenabschätzung erstellen Projektmanagement und Implementierung übernehmen Testumgebung und Mapping freigeben
Betriebsrat und Datenschutzbeauftragten einbinden Nutzerführung gemäß A_25545 umsetzen Ablageformat im Patientenfall definieren
SMC-B und VZD-Eintrag verwalten Schulung und laufenden Support leisten Updatefähigkeit der Schnittstelle sichern

In fünf Schritten zur KIS-Anbindung

Der Weg von der Entscheidung bis zum produktiven Betrieb folgt einem klar planbaren Pfad:

  1. Infrastruktur-Check: Cloud-Anbindung, Netzwerkfreigaben in der DMZ und Identity-Provider prüfen.
  2. Stakeholder-Mapping: IT, Datenschutz, Betriebsrat, Ärzteschaft und Pflege früh an Bord holen.
  3. Use Case und Zielarchitektur definieren: Schnittstellenstandard wählen, etwa HL7 v2 oder FHIR.
  4. Pilotierung im Fachbereich: Power-User starten, Feedback sammeln, Akzeptanz durch Ergebnisse erzeugen.
  5. Schrittweiser Rollout mit KIS-Integration: parallele oder nachgelagerte Anbindung an das Primärsystem.

Wie kurz die technischen Schritte ausfallen können, zeigen die Erfahrungen aus mehreren IT-Integrationen in Kliniken: Cloud-Setup und Identity-Provider-Anbindung sind in wenigen Stunden einsatzbereit, die interne Freigabe durch Datenschutz und IT folgt typischerweise in wenigen Tagen. Famedly übernimmt das Projektmanagement und entlastet damit Häuser, die intern keine freien IT-Kapazitäten haben. Für Häuser mit x-tention im Einsatz verkürzt die bestehende Patientenportal-Integration den Weg zusätzlich.

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Von der Evaluierung zur laufenden KIS-Integration mit Famedly

Ob die Anbindung an Ihr KIS zum Großprojekt wird oder ein planbarer Implementierungsschritt bleibt, hängt vom Partner ab. Famedly funktioniert als Standalone-Lösung vom ersten Tag an und schließt Compliance-Lücken sofort, ohne dass die KIS-Anbindung dafür abgeschlossen sein muss. Das bedeutet: Kein Warten auf die Vollintegration, kein Parallelbetrieb unsicherer Messenger, kein Haftungsrisiko durch WhatsApp und Co.

Famedly bringt dabei mehr mit als eine gematik-Zulassung: erfahrene IT-Integrationen in Kliniken, eine bestehende Anbindung an das x-tention Patientenportal und ein Projektmanagement, das den internen Koordinationsaufwand auf ein Minimum reduziert. So wird die KIS-Anbindung zum geplanten nächsten Schritt statt zum Grund, den Start hinauszuzögern.

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FAQ

Brauche ich für die KIS-Integration eine eigene gematik-Zulassung?

Nein, die Einrichtung selbst benötigt keine eigene Zulassung. Entscheidend ist, dass das Integrationsmodul Ihres TI-Messenger-Anbieters von der gematik zugelassen ist. Den aktuellen Status prüfen Sie verbindlich im gematik Fachportal, bevor Sie eine Anbindung beauftragen.

Kann ich den TI-Messenger ins KIS einbinden, ohne dass Nutzer ein zweites Fenster öffnen müssen?

Eine echte nahtlose Einbindung ohne separates Fenster setzt den Headless Client voraus, der die Messenger-Funktion direkt in die KIS-Oberfläche bringt. Ohne diese Komponente bleibt es bei einem parallel laufenden Standalone-Client.

Was passiert bei Datenexport aus dem Messenger ins KIS?

Gemäß Anforderung A_25545 müssen Nutzer beim Datenexport klar darüber informiert werden, welche Inhalte in welches Drittsystem übertragen werden. Diese Transparenz muss sowohl in der Nutzerführung des Clients als auch in Ihrer Datenschutzdokumentation sichtbar abgebildet sein.

Wie lange dauert die Anbindung an unser bestehendes Identity-System?

Bei Cloud-Betrieb und Standard-Identity-Providern wie Entra ID oder Active Directory ist die technische Anbindung in wenigen Stunden umgesetzt. Der Gesamtaufwand für die Einrichtung inklusive interner Abstimmung liegt typischerweise bei wenigen Tagen.

Verweise

Über den Autor

Mehmet Tamer
Famedly-Experte

Mehmet Tamer teilt auf unserem Blog seine Einblicke in die Digitalisierung im Gesundheitswesen, mit einem besonderen Fokus auf sicheres Messaging und dessen Anwendung im medizinischen Bereich.

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