Dokumentationslücken schließen – dort, wo sie entstehen
✓ Analyse Ihrer aktuellen Kommunikationsinfrastruktur auf Dokumentationslücken ✓ Konkrete Einschätzung, wo ein TI-Messenger den größten Hebel hat ✓ Rechtssichere Alternative zu WhatsApp & Co. – DSGVO-konform und gematik-zertifiziert ✓ Schrittweiser Einführungsplan passend zu Ihrer Einrichtung
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Dokumentationslücken im Krankenhaus gezielt schließen

20.4.26
7
Min. Lesezeit
Selenia Di Mattia
Head of Marketing
73 % der Krankenakten sind lückenhaft – nicht weil niemand dokumentiert, sondern weil Kommunikation in WhatsApp, Telefonaten und Flurgesprächen spurlos verschwindet. Ein TI-Messenger schließt genau diese Lücke.
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Dokumentationslücken im Krankenhaus gezielt schließen
73 % der Krankenakten sind lückenhaft – nicht weil niemand dokumentiert, sondern weil Kommunikation in WhatsApp, Telefonaten und Flurgesprächen spurlos verschwindet. Ein TI-Messenger schließt genau diese Lücke.

Das Thema kurz und kompakt

  • Dokumentationslücken sind meist Kommunikationslücken: Laut einer Studie im Deutschen Ärzteblatt sind nur 27 % der Krankenakten vollständig und einwandfrei – nicht weil Einträge vergessen werden, sondern weil klinisch relevante Informationen in nicht archivierbaren Kanälen wie Telefonaten oder WhatsApp-Gruppen verschwinden.
  • Die Kosten sind unterschätzt und konkret: Dokumentationsmängel führen zur Beweislastumkehr nach § 630h BGB, gefährden die DRG-Abrechnung bei MD-Prüfungen und binden laut DKI-Blitzumfrage täglich rund 3 Stunden pro Vollkraft für Bürokratie und Dokumentation.
  • WhatsApp ist keine Grauzone, sondern ein Rechtsrisiko: § 203 StGB macht den Einsatz nicht zugelassener Messenger für Patientendaten strafrechtlich relevant – für die beteiligten Mitarbeitenden persönlich. Mit NIS-2 ab 2026 verschärfen sich die Anforderungen für Krankenhäuser als kritische Infrastruktur weiter.
  • Ein TI-Messenger schließt die Lücke strukturell, nicht durch Mehraufwand: Rückfragen, Übergaben und Konsilanfragen über einen gematik-zertifizierten Kanal hinterlassen automatisch eine nachvollziehbare, archivierbare Spur. Famedly wird bereits an der MHH, dem UKE und der Charité eingesetzt – mehr dazu in den Famedly-Erfolgsgeschichten.

Dokumentationslücken entstehen dort, wo Kommunikation keine Spur hinterlässt

In deutschen Krankenhäusern sind laut einer Studie im Deutschen Ärzteblatt nur 27 % der untersuchten Krankenakten vollständig und qualitativ einwandfrei. In jedem vierten Fall fehlten Verlaufsnotizen, in fast jedem vierten Fall die Eingangsuntersuchung. Das ist kein Einzelbefund – es ist ein systemisches Muster.

Die gängige Reaktion darauf lautet: mehr Schulung, mehr Kontrolle, bessere KIS-Nutzung. Was dabei übersehen wird: Der größte Teil der Dokumentationslücken entsteht nicht, weil jemand vergessen hat, etwas einzutragen. Er entsteht, weil relevante Informationen in Kanälen ausgetauscht werden, die gar keine Dokumentationsspur hinterlassen. Das Telefonat zwischen Nacht- und Tagdienst. Die WhatsApp-Gruppe auf der Station. Die mündliche Rückfrage beim Konsil. Kommunikation, die stattfindet, aber nirgends ankommt.

Dokumentationslücken sind zu einem erheblichen Teil Kommunikationslücken. Wer das Problem dort löst, wo es entsteht, kommt weiter als mit jedem Dokumentations-Audit.

Was Dokumentationslücken ein Krankenhaus wirklich kosten

Die Kosten von Dokumentationslücken werden in den meisten Häusern unterschätzt, weil sie selten direkt sichtbar sind. Sie verstecken sich in Personalkosten, Haftungsrisiken und Erlösausfällen.

Zeitverlust: Ein Drittel der Arbeitszeit für Bürokratie

Ärzte und Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern wenden im Schnitt rund drei Stunden täglich für Dokumentation und Nachweispflichten auf, wie eine Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) im Auftrag der DKG zeigt. Das entspricht mehr als einem Drittel der Arbeitszeit. Hochgerechnet bindet das die volle Arbeitszeit von rund 66.000 Ärzten und 137.000 Pflegekräften allein für Dokumentationsaufgaben.

Ein erheblicher Teil davon entsteht durch redundante Erfassung: Informationen werden mündlich besprochen, handschriftlich notiert und anschließend ins KIS übertragen. Bei jedem Medienbruch entsteht nicht nur zusätzlicher Aufwand, sondern auch ein weiteres Fehlerrisiko.

Haftungsrisiko: Wenn fehlende Dokumentation zur Beweislastumkehr führt

§ 630f BGB verpflichtet Behandelnde zur unverzüglichen und vollständigen Dokumentation aller wesentlichen Maßnahmen. Was nicht dokumentiert ist, gilt rechtlich als nicht erfolgt. Das hat konkrete Konsequenzen: Bei Dokumentationsmängeln kann nach § 630h BGB die Beweislast umgekehrt werden. Das bedeutet: Nicht der Patient muss beweisen, dass ein Fehler gemacht wurde, sondern das Krankenhaus muss beweisen, dass es keinen Fehler gab.

Der Medizinische Dienst hat im Jahr 2024 bundesweit 12.304 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern erstellt. In jedem vierten Fall wurde ein Behandlungsfehler mit Schaden festgestellt. Die erfassten Fälle zeigen dabei nur einen kleinen Ausschnitt: Wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass nur rund drei Prozent aller vermeidbaren Schadensfälle statistisch erfasst werden.

Ein einziger verlorener Haftungsfall kann sechsstellige Kosten verursachen. Dokumentationslücken, die dazu beitragen, sind kein abstraktes Risiko.

Erlösausfälle durch Kodierungsfehler

Unvollständige Dokumentation gefährdet auch die DRG-Abrechnung. Was nicht dokumentiert ist, kann nicht kodiert werden. Was nicht kodiert wird, wird nicht vergütet. Bei MD-Prüfungen sind Dokumentationsmängel regelmäßig Ansatzpunkte für Rückforderungen. Die wirtschaftliche Dimension ist für viele Häuser unmittelbar spürbar.

Kostendimension Konkrete Auswirkung Quelle
Personalkosten Dokumentation 21 % der Personalkosten für ärztlichen und Pflegedienst in einem 450-Betten-Haus Nuance/Deutsches Ärzteblatt
Zeitverlust täglich Ca. 3 Stunden pro Vollkraft für Bürokratie und Dokumentation DKI-Blitzumfrage 2025
Haftungsrisiko Beweislastumkehr nach § 630h BGB bei Dokumentationsmängeln BGB, BGH-Rechtsprechung
Erlösausfälle Nicht kodierbare Leistungen durch fehlende Dokumentationsgrundlage MD-Prüfpraxis

Wo Dokumentationslücken im Klinikalltag entstehen

Dokumentationslücken haben keine einzige Ursache. Sie entstehen an mehreren Stellen im klinischen Alltag, und die kritischsten sind nicht dort, wo man zuerst hinschaut.

Schichtwechsel und Übergaben

Je häufiger die Verantwortung für einen Patienten wechselt, desto mehr Informationslücken entstehen. Das Ärzteblatt beschreibt es präzise: Bei Schichtwechseln, Bereitschaftsdiensten und Vertretungen gehen trotz Übergabe Informationen über Patienten und ihren Krankheitszustand verloren. Die Übergabe findet mündlich statt, wird nicht verschriftlicht und ist damit weder nachvollziehbar noch rechtlich belastbar.

Sektorenübergänge: Einweisung, Verlegung, Entlassung

Die größten Dokumentationsbrüche entstehen an den Schnittstellen zwischen Einrichtungen. Der einweisende Niedergelassene schickt Informationen per Fax. Das aufnehmende Krankenhaus erfasst die Daten neu ins KIS. Bei der Entlassung geht der Arztbrief mit dem Patienten, nicht vorab an den weiterbehandelnden Arzt. Jede dieser Übergaben ist eine potenzielle Lücke.

Informelle Kommunikation ohne Dokumentationsspur

Das ist der am häufigsten unterschätzte Faktor: Kommunikation, die stattfindet, aber nirgends dokumentiert wird. Telefonische Rückfragen, WhatsApp-Nachrichten auf der Privatstation, mündliche Absprachen im Flur. Diese Informationen sind klinisch relevant, aber rechtlich nicht existent. Sie fehlen in der Akte, fehlen beim nächsten Dienst und fehlen im Streitfall.

§ 203 StGB macht WhatsApp und unverschlüsselte Messenger für die Übertragung von Patientendaten rechtswidrig, da Verstöße gegen die ärztliche Schweigepflicht strafrechtlich relevant sind. Krankenhäuser, die WhatsApp weiterhin auf der Station dulden, riskieren damit nicht nur Datenschutzverstöße nach DSGVO, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen für die beteiligten Mitarbeitenden.

Redundante Erfassung durch fehlende Systemintegration

Wenn Befunde telefonisch besprochen, dann handschriftlich notiert und schließlich ins KIS übertragen werden, entsteht dreifacher Aufwand. Und bei jedem Schritt ein weiteres Fehlerrisiko. Fehlende Schnittstellen zwischen Kommunikations- und Dokumentationssystemen sind ein strukturelles Problem, das sich durch bessere Schulung allein nicht lösen lässt.

Rechtliche Grundlagen: Was das Gesetz vorschreibt

Die rechtlichen Anforderungen an die Dokumentation sind klar, aber ihre Konsequenzen werden im Klinikalltag oft unterschätzt.

  • § 630f BGB: Behandelnde sind verpflichtet, alle wesentlichen Maßnahmen und Ergebnisse der Behandlung unverzüglich und vollständig aufzuzeichnen. Fehlt ein Eintrag, gilt die Maßnahme als nicht erfolgt.
  • § 630h BGB: Bei groben Behandlungsfehlern oder gravierenden Dokumentationsmängeln kann vermutet werden, dass der Fehler ursächlich für den Schaden war. Die Beweislast verschiebt sich zugunsten des Patienten.
  • § 203 StGB: Patientendaten über nicht zugelassene Kanäle zu übertragen verletzt die ärztliche Schweigepflicht. Das betrifft WhatsApp, unverschlüsselte E-Mails und Fax gleichermaßen.
  • DSGVO: Patientendaten sind besondere Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO. Ihre Verarbeitung und Übermittlung erfordert geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, also Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und deutsches Hosting.
  • NIS-2 (ab 2026): Krankenhäuser als kritische Infrastruktur unterliegen verschärften Melde- und Absicherungspflichten. Geschäftsführer haften bei Verstößen persönlich. Tools wie WhatsApp sind damit keine geeignete Option für die klinische Kommunikation.

Dokumentationslücken sind Kommunikationslücken: Der entscheidende Zusammenhang

Der Paradigmenwechsel, den viele Häuser noch nicht vollzogen haben: Dokumentationslücken lassen sich nicht allein durch bessere Dokumentationssysteme schließen. Sie entstehen, weil klinisch relevante Kommunikation in Kanälen stattfindet, die keine Dokumentationsspur hinterlassen.

Ein TI-Messenger, der in den klinischen Workflow integriert ist, ändert das strukturell. Rückfragen, Übergabeinformationen, Konsilanfragen, Befundabsprachen: Wenn diese Kommunikation über einen sicheren, archivierbaren Kanal läuft, entsteht automatisch eine nachvollziehbare Spur. Nicht als Zusatzaufwand, sondern als Nebenprodukt der normalen Kommunikation.

KIM und TI-Messenger: Zwei Werkzeuge, die sich ergänzen

Ein häufiges Missverständnis: KIM und der TI-Messenger lösen dasselbe Problem. Das stimmt nicht. KIM ist der sichere, asynchrone Kanal für formelle Dokumente, also Arztbriefe, eAU, Befunde. Der TI-Messenger schließt die Lücke bei der informellen, aber versorgungsrelevanten Echtzeitkommunikation: Rückfragen, Schichtübergaben, schnelle Abstimmungen zwischen Abteilungen, Konsilanfragen an externe Fachärzte.

Kriterium WhatsApp KIM TI-Messenger
DSGVO-konform Nein Ja Ja
§ 203 StGB-konform Nein Ja Ja
Echtzeitkommunikation Ja Nein Ja
Einrichtungsübergreifend Ja (unsicher) Ja Ja
Dokumentationsspur Nein (nicht archivierbar) Ja Ja
Geeignet für Übergaben Nein Nein Ja
KIS-Integration möglich Nein Bedingt Ja
gematik-zertifiziert Nein Ja Ja

Dokumentationslücken digital schließen: So gelingt es in der Praxis

Die Einführung eines TI-Messengers ist kein großes IT-Projekt. In der Praxis hat sich ein schrittweiser Ansatz bewährt: mit einer Pilotstation beginnen, intern skalieren, dann extern vernetzen.

Phase 1: Pilotstation mit hohem Kommunikationsdruck

Der Einstieg über eine Abteilung, in der Kommunikationsprobleme besonders spürbar sind, hat zwei Vorteile: Der Nutzen wird schnell sichtbar, und die ersten überzeugten Nutzer werden zu internen Multiplikatoren. An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) begann der Rollout mit der Dermatologie. Das Ergebnis: sofortige Akzeptanz, schnellere Befundübermittlung, weniger Rückfragen. Anästhesie und OP-Teams forderten den Messenger daraufhin selbst an. Stand April 2026 sind bereits 780 von geplanten 5.000 Nutzern produktiv.

Phase 2: Interner Rollout

Nach dem erfolgreichen Piloten folgt die schrittweise Ausweitung auf weitere Abteilungen. Entscheidend ist dabei die Integration in bestehende Verzeichnisdienste wie Microsoft Active Directory oder Entra ID: Neue Mitarbeitende werden automatisch provisioniert, ausscheidende automatisch deaktiviert. Kein manueller Verwaltungsaufwand, kein Sicherheitsrisiko durch veraltete Zugänge.

Für Häuser mit einer BYOD-Strategie ist relevant: Ein TI-Messenger wie Famedly benötigt keinen Zugriff auf das private Adressbuch, funktioniert ohne Telefonnummer und speichert Daten in einer separaten, verschlüsselten Datenbank. Screenshots können unterbunden werden. Das ermöglicht den Einsatz auf privaten Geräten ohne Datenschutzkonflikte.

Phase 3: Sektorenübergreifende Vernetzung

Der eigentliche Mehrwert des TI-Messengers entfaltet sich, wenn einrichtungsübergreifend kommuniziert wird. Über den Verzeichnisdienst der gematik (VZD FHIR-Directory) sind alle zugelassenen TI-Messenger-Nutzer auffindbar, unabhängig davon, welchen Anbieter sie nutzen. Das ermöglicht direkte Kommunikation mit niedergelassenen Ärzten, Pflegediensten und Apotheken ohne Telefonzentralen, ohne Fax, ohne Informationsverlust.

Beim Seniorendienst Rötzel, einem ambulanten Pflegedienst mit über 20 Jahren Erfahrung, führte die Einführung des TI-Messengers zu einer dokumentierten Kommunikationsquote von ca. 90 %, ca. 50 % weniger Kommunikationsbeteiligten pro Abstimmung und deutlich schnelleren Reaktionszeiten. Informationsverluste, die vorher durch Telefonketten und mündliche Übergaben entstanden, sind messbar zurückgegangen.

Mehr Praxisbeispiele aus Krankenhäusern, Universitätskliniken und Pflegeeinrichtungen finden Sie in den Famedly-Erfolgsgeschichten.

Typische Use Cases nach dem Prinzip Problem, Lösung, Ergebnis

Schichtübergabe auf der Station

  • Problem: Nachtdienst gibt Informationen zu kritischen Patienten mündlich weiter. Der Tagdienst hat keine schriftliche Grundlage, Informationen gehen verloren.
  • Lösung: Übergabe per TI-Messenger, verschriftlicht oder als Sprachnachricht, mit Bezug zum Patientenfall.
  • Ergebnis: Nachvollziehbare, archivierbare Übergabe. Kein Informationsverlust beim Schichtwechsel.

Konsilanfrage an externen Spezialisten

  • Problem: Grund- und Regelversorger benötigt Einschätzung einer Fachdisziplin, die im eigenen Haus nicht verfügbar ist. Kontaktaufnahme läuft über Telefonzentrale, Rückruf ungewiss.
  • Lösung: Anfrage über TI-Messenger direkt an das Funktionspostfach der Fachabteilung im Zielkrankenhaus, mit relevanten Patienteninformationen.
  • Ergebnis: Schnellere Rückmeldung, dokumentierter Kommunikationsverlauf, abrechnungsfähiges Konsil (EBM 01612).

Wundversorgung im ambulanten Pflegedienst

  • Problem: Pflegekraft stellt Wundverschlechterung bei einem Patienten fest. Arzt ist telefonisch schwer erreichbar, Entscheidung über weiteres Vorgehen verzögert sich.
  • Lösung: Foto der Wunde per TI-Messenger direkt an den Hausarzt, der asynchron einschätzt und Rückmeldung gibt.
  • Ergebnis: Schnellere Entscheidung, kein unnötiger Praxisbesuch, dokumentierter Austausch.

Regulatorischer Rahmen 2026: Was jetzt gilt

Die regulatorischen Anforderungen an sichere Kommunikation im Krankenhaus verschärfen sich. Folgende Entwicklungen sind für Entscheidungsträger relevant:

  • TI-Anschlusspflicht für Pflegeeinrichtungen: Seit dem 1. Juli 2025 sind ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen zur TI-Anbindung verpflichtet. Wer noch nicht angebunden ist, handelt außerhalb der gesetzlichen Anforderungen.
  • NIS-2 ab 2026: Krankenhäuser als kritische Infrastruktur unterliegen verschärften Cybersicherheitspflichten. Nicht konforme Kommunikationskanäle sind ein direktes Compliance-Risiko, das Geschäftsführer persönlich betrifft.
  • Krankenhaustransformationsfonds (KHTF): Das im März 2026 beschlossene Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) stellt von 2026 bis 2035 insgesamt 29 Milliarden Euro für den Strukturwandel bereit. Digitale Kommunikationsinfrastruktur ist ein förderfähiger Bereich.
  • Krankenhausreform und Leistungsgruppen: Die neue Leistungsgruppenstruktur erfordert Qualitätsnachweise, die auf lückenloser Dokumentation basieren. Häuser ohne strukturierte digitale Kommunikation werden diese Nachweise schwerer erbringen können.
  • Patienten kommunizieren bereits per TI-Messenger: Seit März 2026 kommunizieren Versicherte per TI-Messenger mit ihren Krankenkassen. Die Erwartung, denselben Kanal auch für die Kommunikation mit dem Krankenhaus nutzen zu können, wird wachsen.

Checkliste: Wo entstehen Dokumentationslücken in Ihrem Haus?

Diese Prüfpunkte helfen, die kritischsten Schwachstellen in der eigenen Einrichtung zu identifizieren:

  • Werden Schichtübergaben mündlich durchgeführt, ohne schriftliche Dokumentation?
  • Nutzen Mitarbeitende WhatsApp oder andere nicht zugelassene Messenger für dienstliche Kommunikation?
  • Werden Rückfragen zwischen Abteilungen überwiegend telefonisch geklärt, ohne Dokumentation im KIS?
  • Gibt es keine durchgängige digitale Kommunikation mit niedergelassenen Ärzten, Pflegediensten oder Apotheken?
  • Werden Konsilanfragen per Telefon oder Fax gestellt und nicht im KIS dokumentiert?
  • Fehlt eine Integration zwischen Kommunikationstools und dem KIS?
  • Werden Entlassungsinformationen erst nach Entlassung oder gar nicht digital übermittelt?
  • Haben Mitarbeitende keine einheitliche, DSGVO-konforme Möglichkeit, Patientenfotos sicher zu teilen?
  • Gibt es keine zentrale Benutzerverwaltung für Kommunikationstools, die mit dem Active Directory synchronisiert ist?
  • Fehlt eine Notfallkommunikationslösung, die unabhängig von der Klinikinfrastruktur funktioniert?

Wenn Sie mehr als drei dieser Punkte mit Ja beantworten, haben Sie konkrete Ansatzpunkte für strukturelle Verbesserungen. Famedly bietet einen kostenfreien TI-Check an, in dem wir Ihre aktuelle Kommunikationsinfrastruktur analysieren und zeigen, wo ein TI-Messenger den größten Hebel hat.

FAQ: Dokumentationslücken im Krankenhaus schließen

Was ist der Unterschied zwischen einem Dokumentationsmangel und einer Dokumentationslücke?

Ein Dokumentationsmangel bezeichnet eine fehlerhafte oder unvollständige Eintragung in der Patientenakte. Eine Dokumentationslücke entsteht, wenn klinisch relevante Informationen gar nicht erst dokumentiert werden, weil sie in nicht archivierbaren Kanälen ausgetauscht wurden. Letzteres ist im Klinikalltag häufiger und schwieriger zu erkennen, weil es keine sichtbare Fehlermeldung gibt.

Warum reicht ein gutes KIS allein nicht aus, um Dokumentationslücken zu schließen?

Ein KIS dokumentiert, was aktiv eingetragen wird. Es erfasst nicht, was telefonisch besprochen, per WhatsApp geteilt oder mündlich übergeben wurde. Der entscheidende Schritt ist, Kommunikation in Kanäle zu verlagern, die automatisch eine nachvollziehbare Spur hinterlassen und idealerweise mit dem KIS verknüpft sind. Ein TI-Messenger ergänzt das KIS genau an dieser Stelle.

Was passiert rechtlich, wenn Dokumentationslücken bei einer MD-Prüfung auffallen?

Bei einer MD-Prüfung können Dokumentationslücken zur Grundlage für Rückforderungen werden, wenn erbrachte Leistungen nicht nachweisbar sind. Im Haftungsfall führen Dokumentationsmängel nach § 630h BGB zur Beweislastumkehr: Das Krankenhaus muss dann nachweisen, dass kein Fehler gemacht wurde, nicht der Patient, dass einer gemacht wurde. Das ist eine erhebliche Verschlechterung der Rechtsposition.

Wie aufwendig ist die Einführung eines TI-Messengers in einem Krankenhaus?

Der technische Einrichtungsaufwand ist überschaubar. Entscheidender Erfolgsfaktor ist die frühe Einbindung von Datenschutzbeauftragtem, Betriebsrat und IT. In der Praxis hat sich ein Pilotstart mit einer Abteilung bewährt, der auf Basis der ersten Nutzererfahrungen auf das gesamte Haus ausgerollt wird. Famedly übernimmt das Projektmanagement und begleitet den Onboarding-Prozess.

Müssen Pflegeeinrichtungen jetzt handeln?

Ja. Die TI-Anschlusspflicht für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen ist seit dem 1. Juli 2025 in Kraft. Einrichtungen, die noch nicht angebunden sind, sollten die Anbindung priorisieren. Der TI-Messenger ist für Pflegeeinrichtungen kein Pflichtdienst, aber ein unmittelbarer Mehrwert nach der TI-Anbindung, da er die Kommunikation mit Hausärzten, Apotheken und Krankenhäusern strukturiert und dokumentationsfähig macht.

Wie unterscheidet sich ein TI-Messenger von KIM?

KIM ist der sichere Kanal für formelle, asynchrone Dokumente wie Arztbriefe, elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Befunde. Der TI-Messenger ergänzt KIM für die informelle Echtzeitkommunikation: Rückfragen, Übergaben, schnelle Abstimmungen, Konsilanfragen. Beide Kanäle sind gematik-zertifiziert, DSGVO-konform und sinnvoll kombiniert einzusetzen.

Verweise

Über den Autor

Selenia Di Mattia
Head of Marketing

Selenia Di Mattia teilt auf unserem Blog ihre Einblicke in die Digitalisierung im Gesundheitswesen, mit einem besonderen Fokus auf sicheres Messaging und dessen Anwendung im medizinischen Bereich.

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