Zuweiserkommunikation sicher und strukturiert aufstellen
✓ Erfahren Sie, welche Kommunikationskanäle Ihre Klinik heute rechtssicher macht ✓ Konkrete Maßnahmen für schnellere Arztbriefe und weniger Telefonaufwand ✓ Einschätzung, wie der TI-Messenger Ihre Einweiserbindung stärkt ✓ 30 Minuten, kein Aufwand – individuell auf Ihre Einrichtung zugeschnitten
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Kommunikation mit Zuweisern ohne Fax oder Warteschleifen

18.4.26
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Selenia Di Mattia
Head of Marketing
Bis zu 80 % der Patienten folgen der Empfehlung ihres Hausarztes. Wer Einweiser durch schlechte Kommunikation verliert, verliert Fallzahlen. Der TI-Messenger schließt die Lücke zwischen Arztbrief und Telefonanruf.
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Kommunikation mit Zuweisern ohne Fax oder Warteschleifen
Bis zu 80 % der Patienten folgen der Empfehlung ihres Hausarztes. Wer Einweiser durch schlechte Kommunikation verliert, verliert Fallzahlen. Der TI-Messenger schließt die Lücke zwischen Arztbrief und Telefonanruf.

Das Thema kurz und kompakt

  • Einweiserkommunikation ist ein Erlöshebel: Bis zu 80 % der Patienten folgen der Krankenhausempfehlung ihres niedergelassenen Arztes. Der Verlust eines einzigen B-Einweisers kann einen Erlösausfall von 200.000 bis 500.000 € pro Jahr bedeuten.
  • WhatsApp ist seit Dezember 2025 kein akzeptables Risiko mehr: Das NIS-2-Umsetzungsgesetz ist ohne Übergangsfrist in Kraft getreten. Wer patientenbezogene Kommunikation über nicht-zertifizierte Kanäle abwickelt, riskiert Bußgelder von bis zu 10 Mio. € – Geschäftsführer haften persönlich.
  • KIM und TI-Messenger sind keine Konkurrenten, sondern ein Duo: KIM übermittelt formale Dokumente wie den eArztbrief, der TI-Messenger schließt die Lücke für schnelle Rückfragen, Statusupdates und Bildversand in Echtzeit – sicher, dokumentiert und DSGVO-konform.
  • Kliniken wie MHH, UKE und Charité setzen auf Famedly: Der TI-Messenger von Famedly war der erste von der gematik zugelassene Anbieter und ermöglicht einrichtungsübergreifende Kommunikation mit allen Einweisern – unabhängig davon, welchen zertifizierten Anbieter diese nutzen.

Warum die Kommunikation mit Zuweisern über Ihre Fallzahlen entscheidet

Bis zu acht von zehn Patienten folgen der Empfehlung ihres niedergelassenen Arztes, wenn es um die Wahl eines Krankenhauses geht. Das bedeutet: Der niedergelassene Hausarzt oder Facharzt ist in den meisten Fällen der eigentliche Entscheidungsträger darüber, welche Klinik einen Patienten erhält. Wer diesen Kanal vernachlässigt, verliert Fallzahlen – still, schleichend und ohne offensichtlichen Auslöser.

Gleichzeitig schrieben laut Krankenhaus-Barometer 2025 des Deutschen Krankenhausinstituts fast zwei Drittel der deutschen Kliniken im Jahr 2024 Verluste. In dieser wirtschaftlichen Lage ist die Einweiserbindung kein strategisches Nice-to-have, sondern ein direkter Hebel auf den Erlös.

Das Problem: Während Kliniken in Patientenportale, digitale Dokumentation und KIS-Systeme investiert haben, verläuft die Alltagskommunikation mit den Ärzten, die ihre Patienten schicken, noch immer über Telefon, Fax und im schlimmsten Fall über nicht-konforme Messenger. Dieser Leitfaden zeigt, warum das so ist, was es kostet – und wie Sie es systematisch ändern.

Die 5 häufigsten Kommunikationsprobleme zwischen Klinik und Einweisern

1. Verspätete Arztbriefe: Die Visitenkarte Ihrer Klinik kommt zu spät

Der Arztbrief ist das wichtigste Kommunikationsdokument zwischen Krankenhaus und niedergelassenem Arzt. Er ist laut Deutschem Ärzteblatt nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern auch ein Ausdruck der Kooperationsbereitschaft. Und er hat direkten Einfluss auf die Einweiserbindung. In der Praxis gibt es jedoch häufig eine erhebliche Latenz zwischen Entlassung und Briefversand. Der weiterbehandelnde Arzt erhält die Informationen, die er für die Nachsorge braucht, zu spät oder unvollständig.

2. Keine Transparenz während des stationären Aufenthalts

Viele Hausärzte erfahren nicht, wann ihr Patient entlassen wird, welche Weiterversorgung eingeleitet wurde oder ob es während des Aufenthalts besondere Vorkommnisse gab. Diese Informationslücke ist für Einweiser frustrierend – und ein häufiger Grund, beim nächsten Patienten eine andere Klinik zu empfehlen.

3. Telefonische Erreichbarkeit als Engpass

Rückfragen an Stationsärzte enden für niedergelassene Kollegen regelmäßig in Warteschleifen, Weiterleitungen und vergeblichen Rückrufversuchen. Umgekehrt verlieren Klinikärzte wertvolle Zeit, wenn sie für kurze Rückfragen an Einweiser mehrfach anrufen müssen. Ein einzelner Rückrufversuch kostet in der Praxis 5 bis 10 Minuten – bei 20 solcher Kontakte pro Tag summiert sich das auf bis zu 3 Stunden Arztzeit täglich.

4. Nicht-konforme Messenger: Compliance-Risiko im Alltag

WhatsApp ist in vielen Kliniken und Praxen de facto der Kommunikationskanal für schnelle Rückfragen. Das ist verständlich, aber rechtlich nicht haltbar. Die Nutzung patientenbezogener Kommunikation über WhatsApp verstößt gegen Art. 32 DSGVO und kann für Ärzte als Berufsgeheimnisträger strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Seit dem NIS-2-Umsetzungsgesetz, das im Dezember 2025 ohne Übergangsfrist in Kraft getreten ist, drohen bei Verstößen gegen Informationssicherheitspflichten Bußgelder von bis zu 10 Mio. € oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes. Geschäftsführer haften dabei persönlich. Abwarten ist keine Option.

5. Keine systematische Einweiserpflege

Zuweisermanagement wird in vielen Häusern dem Zufall überlassen: Es gibt keinen definierten Ansprechpartner für Einweiser, keine regelmäßigen Befragungen, keine KPIs zur Einweiserzufriedenheit. Dabei zeigt die Praxis: Besteht für Einweiser die Wahl zwischen zwei vergleichbaren Krankenhäusern, wird die Einrichtung bevorzugt, die ihre Prozesse auf die Bedürfnisse der Zuweiser ausrichtet.

Was der Verlust eines Einweisers tatsächlich kostet

Die wirtschaftliche Dimension wird oft unterschätzt. Ein B-Einweiser weist typischerweise 50 bis 100 Patienten pro Jahr ein. Bei einem durchschnittlichen DRG-Erlös von 4.000 bis 5.000 € pro Fall bedeutet der Verlust eines einzigen B-Einweisers einen potenziellen Erlösausfall von 200.000 bis 500.000 € pro Jahr. Dem gegenüber stehen die Kosten für eine strukturierte Zuweiserkommunikation, die weit darunter liegen.

Noch konkreter wird es, wenn man die ABC-Analyse auf das eigene Einweiserspektrum anwendet: A-Einweiser sichern den Grunderlös und müssen gehalten werden. B-Einweiser haben oft noch ausschöpfbares Potenzial und reagieren besonders sensibel auf Kommunikationsqualität. C-Einweiser können durch gezielte Maßnahmen entwickelt werden. Wer diese Analyse nicht durchführt, investiert Kommunikationsressourcen nach dem Gießkannenprinzip.

Die drei Kommunikationskanäle, die jede Klinik kennen muss

Entscheidungsträger stehen vor der Frage: Welche digitalen Kanäle brauchen wir für die Zuweiserkommunikation, und wie grenzen sie sich ab? Die folgende Übersicht schafft Orientierung.

Kanal Geeignet für Nicht geeignet für Compliance
KIM (Kommunikation im Medizinwesen) Formale Dokumente: eArztbrief, eAU, Befundübermittlung Ad-hoc-Rückfragen, Echtzeit-Kommunikation TI-zertifiziert, DSGVO-konform
TI-Messenger Schnelle Rückfragen, Statusupdates, Terminabstimmung, Bildversand Formale Dokumentenübermittlung (dafür ist KIM zuständig) TI-zertifiziert, Ende-zu-Ende-verschlüsselt, DSGVO-konform
Einweiserportal Transparenz über Behandlungsverlauf, Statuseinsicht Bidirektionale patientenbezogene Kommunikation (oft technisch noch eingeschränkt) Abhängig vom Anbieter
Telefon / Fax Dringende Notfälle, persönliche Beziehungspflege Strukturierte, dokumentierte Kommunikation; skalierbare Prozesse Fax unverschlüsselt; Telefon nicht dokumentiert
WhatsApp / nicht-zertifizierte Messenger Privat Jede Form patientenbezogener beruflicher Kommunikation DSGVO-Verstoß, strafrechtliches Risiko

Die gematik positioniert den TI-Messenger explizit als Kanal für flüchtige Kommunikation: für den organisatorischen Austausch zwischen Kollegen oder für kurze Rückfragen an überweisende Leistungserbringer. Er schließt damit genau die Lücke, die zwischen dem formalen eArztbrief und dem informellen Telefonanruf klafft. KIM und TI-Messenger sind keine Konkurrenten, sondern ergänzende Kanäle innerhalb einer Mehrkanalstrategie.

8 Maßnahmen, um die Kommunikation mit Zuweisern konkret zu verbessern

1. ABC-Analyse der Einweiser durchführen

Wer sind Ihre wichtigsten Einweiser, gemessen an Fallzahl und Erlösbeitrag? Ohne diese Analyse werden Ressourcen gleichmäßig verteilt, anstatt dort zu investieren, wo der Hebel am größten ist. B-Einweiser mit ausschöpfbarem Potenzial sind oft die rentabelste Zielgruppe für gezielte Kommunikationsmaßnahmen.

2. Arztbrief-Turnaround-Zeit als KPI etablieren

Die Zeit zwischen Patientenentlassung und Arztbriefversand korreliert direkt mit der Einweiserzufriedenheit. Messen Sie diesen Wert, definieren Sie ein Ziel (z.B. Arztbrief innerhalb von 24 Stunden nach Entlassung) und verfolgen Sie ihn monatlich. Der eArztbrief über KIM beschleunigt die Zustellung erheblich und ersetzt den postalischen Versand.

3. Dedizierte Einweiser-Ansprechpartner benennen

Niedergelassene Ärzte wünschen sich laut Deutschem Ärzteblatt vor allem eines: einen direkten, zuverlässigen Ansprechpartner in der Klinik. Das kann eine dedizierte Einweiser-Hotline sein oder ein Oberarzt pro Fachabteilung, der als Kontaktperson benannt ist. Entscheidend ist, dass Einweiser wissen, wen sie erreichen können – und dass dieser Kanal funktioniert.

4. TI-Messenger für sichere Echtzeit-Kommunikation einführen

Der gematik-zertifizierte TI-Messenger ermöglicht es, kurze Rückfragen, Wundfotos, Befundinformationen oder Terminabstimmungen sicher und in Echtzeit auszutauschen – ohne Telefon, ohne Fax, ohne Compliance-Risiko. Der entscheidende Vorteil gegenüber Einweiserportalen: Die Kommunikation ist bidirektional und patientenbezogen möglich, weil sie Ende-zu-Ende-verschlüsselt über die Telematikinfrastruktur läuft.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Ein Stationsarzt möchte dem Hausarzt eines Patienten vor der Entlassung einen Arztbrief vorab zukommen lassen, damit der Hausarzt beim nächsten Termin bereits informiert ist. Per TI-Messenger ist das in Sekunden erledigt, der Hausarzt erhält die Information direkt auf seinem Smartphone – sicher, dokumentiert und ohne Medienbruch. Niedergelassene Ärzte, die selbst einen TI-Messenger nutzen, sind über den Verzeichnisdienst der TI auffindbar, ohne dass Telefonnummern ausgetauscht werden müssen.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat Famedly zunächst intern eingeführt und plant den Rollout auf 5.000 Nutzer. Als nächster Schritt steht die externe Kommunikation mit niedergelassenen Ärzten und Patienten auf der Roadmap. Das zeigt das typische Skalierungsmuster: intern starten, Akzeptanz aufbauen, dann die Sektorengrenze überwinden.

5. Einweiserbefragungen institutionalisieren

Regelmäßige strukturierte Befragungen der wichtigsten Einweiser sind das einzige Instrument, mit dem Sie systematisch erfahren, wo die Kommunikation aus Sicht der Niedergelassenen hakt. Einmal jährlich reicht als Minimum. Kombinieren Sie dies mit einem Beschwerdemanagement, das Einweiser aktiv nutzen können.

6. Persönliche Kontakte systematisch pflegen

Digitale Kanäle ergänzen den persönlichen Kontakt, ersetzen ihn aber nicht. Qualitätszirkel, gemeinsame Fortbildungen oder Hospitationen schaffen Vertrauen, das keine App aufbauen kann. Klinikärzte, die ihre Einweiser persönlich kennen, kommunizieren im Alltag anders – und werden anders behandelt.

7. Entlassmanagement als Kommunikationsprozess begreifen

Die Entlassung ist der kritischste Moment in der Zuweiserkommunikation. Wann erfolgt sie? Wer informiert den Hausarzt? Welche Medikation wird fortgeführt? Wie ist die Weiterversorgung organisiert? Häufig sind diese Fragen nicht klar geregelt, was zu ungeplanten Spätentlassungen und verspäteten Arztbriefen führt. Ein strukturierter Entlassprozess mit definierten Kommunikationsschritten ist die Voraussetzung für eine verlässliche Einweiserkommunikation.

8. Interdisziplinäres Zuweiser-Team bilden

Zuweisermanagement ist keine Aufgabe der Marketingabteilung allein. Effektiv ist es nur, wenn Chefärzte, Controlling, Geschäftsführung und IT gemeinsam an einem Tisch sitzen und Kommunikationsprozesse als strategisches Thema behandeln. Ein monatliches Jour fixe mit diesen Stakeholdern, das Einweiserkennzahlen und konkrete Maßnahmen bespricht, ist in der Praxis der wirksamste Hebel.

Compliance-Check: Was seit Dezember 2025 gilt

Das NIS-2-Umsetzungsgesetz ist seit dem 5. Dezember 2025 in Kraft – ohne Übergangsfrist. Es betrifft nahezu alle Krankenhäuser und verschärft die Anforderungen an die Cybersicherheit erheblich. Konkret bedeutet das: Einrichtungen müssen nachweisen, dass sie angemessene technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz ihrer Kommunikation getroffen haben. Die Nutzung nicht-verschlüsselter oder nicht-zertifizierter Kommunikationskanäle für patientenbezogene Daten ist damit nicht mehr nur ein DSGVO-Problem, sondern auch ein NIS-2-Risiko.

Für die Zuweiserkommunikation bedeutet das konkret:

  • WhatsApp, unverschlüsselte E-Mails und nicht-zertifizierte Messenger für patientenbezogene Kommunikation sind nicht zulässig
  • KIM und TI-Messenger sind die einzigen gematik-zertifizierten Kanäle für die sichere Kommunikation zwischen Leistungserbringern
  • Einrichtungen müssen dokumentieren können, über welche Kanäle patientenbezogene Informationen ausgetauscht werden
  • Geschäftsführer haften bei Verstößen persönlich

Weitere Informationen zu den technischen Anforderungen stellt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereit.

Wie der TI-Messenger die Lücke in der Zuweiserkommunikation schließt

Die Kommunikation mit Einweisern hat bisher ein strukturelles Problem: Zwischen dem formalen Arztbrief (der per KIM versendet werden kann) und dem informellen Telefonanruf gibt es keinen sicheren, dokumentierten Echtzeitkanal. Genau hier setzt der TI-Messenger an.

Typische Anwendungsfälle in der Zuweiserkommunikation:

  • Arztbrief vorab versenden: Vor der Entlassung erhält der Hausarzt den Arztbrief direkt per TI-Messenger, bevor der Patient in der Praxis erscheint. Kein Informationsverlust, keine Verzögerung.
  • Rückfragen zur Medikation: Der niedergelassene Arzt hat nach der Entlassung eine Frage zur Weitermedikation. Statt Warteschleife und Rückruf: eine kurze Nachricht an die Station, Antwort innerhalb von Minuten.
  • Wundfotos und Befundbilder: Besonders in der Pflege und bei chronischen Erkrankungen ist der Bildversand ein entscheidender Vorteil. Beim Seniorendienst Rötzel hat Famedly genau diesen Use Case etabliert: Pflegekräfte senden Wundfotos direkt an den Hausarzt, der eine Einschätzung gibt, ohne dass der Patient in die Praxis fahren muss.
  • Konsilanfragen an spezialisierte Häuser: Ein Grund- und Regelversorger möchte wissen, ob ein komplexer Patient in einen Maximalversorger überwiesen werden soll. Per TI-Messenger kann er das Funktionspostfach der entsprechenden Fachabteilung direkt anschreiben – ohne Telefonzentrale, mit dokumentiertem Gesprächsverlauf.

Der Verzeichnisdienst der Telematikinfrastruktur (VZD) macht dabei das Auffinden von Kommunikationspartnern möglich, ohne dass Telefonnummern ausgetauscht werden müssen. Alle im VZD eingetragenen Leistungserbringer sind über ihren TI-Messenger erreichbar – einrichtungsübergreifend und interoperabel, unabhängig davon, welchen gematik-zertifizierten Anbieter sie nutzen.

Famedly war der erste von der gematik zugelassene TI-Messenger-Anbieter und betreibt weltweit über 14.000 Matrix-Server. Kliniken wie das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die Charité Berlin und die MHH setzen auf diese Infrastruktur für ihre sichere Kommunikation. Mehr dazu in den Erfolgsgeschichten.

Sie möchten wissen, ob Ihre Klinik für die sichere Kommunikation mit Zuweisern bereit ist? Vereinbaren Sie einen kostenfreien TI-Check und erfahren Sie in 30 Minuten, welche Schritte für Ihre Einrichtung konkret sinnvoll sind.

Roadmap: In 4 Schritten zur strukturierten Zuweiserkommunikation

Für größere Kliniken hat sich folgendes Vorgehen in der Praxis bewährt:

Schritt 1: Bestandsaufnahme. Welche Kommunikationskanäle werden heute mit Einweisern genutzt? Wo entstehen Brüche? Welche Einweiser sind am wichtigsten? Führen Sie eine ABC-Analyse durch und befragen Sie eine Auswahl Ihrer wichtigsten Einweiser strukturiert.

Schritt 2: Quick Wins identifizieren. Was lässt sich sofort verbessern? Oft sind es einfache Maßnahmen: einen dedizierten Ansprechpartner benennen, die Arztbrief-Turnaround-Zeit messen, KIM für den eArztbrief aktivieren.

Schritt 3: Digitale Kanäle einführen. Starten Sie mit einem Pilotbereich, z.B. einer Fachabteilung mit hohem Einweiservolumen. Führen Sie den TI-Messenger zunächst intern ein, bauen Sie Akzeptanz auf und erweitern Sie dann auf die externe Kommunikation mit Einweisern. Die MHH hat diesen Weg gewählt: interner Pilot in der Dermatologie, danach Nachfrage aus anderen Fachabteilungen, schließlich geplante externe Vernetzung.

Schritt 4: Messen und optimieren. Definieren Sie KPIs: Arztbrief-Turnaround-Zeit, Einweiserzufriedenheit (aus Befragungen), Anteil digital kommunizierender Einweiser. Überprüfen Sie diese Kennzahlen quartalsweise und leiten Sie konkrete Maßnahmen ab.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen KIM und TI-Messenger für die Zuweiserkommunikation?

KIM ist für formale, dokumentierte Kommunikation konzipiert, insbesondere für den eArztbrief und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Der TI-Messenger ergänzt KIM als Echtzeitkanal für schnelle Rückfragen, Statusupdates und den Austausch von Bildern oder kurzen Informationen. Beide Kanäle sind TI-zertifiziert und DSGVO-konform, aber für unterschiedliche Kommunikationssituationen geeignet. Eine vollständige Zuweiserkommunikation braucht beide.

Ist die Nutzung des TI-Messengers für Krankenhäuser verpflichtend?

Nein, laut gematik sind Leistungserbringer nicht verpflichtet, den TI-Messenger zu nutzen. Die Nutzung ist freiwillig. Allerdings ist er die einzige gematik-zertifizierte, interoperable Lösung für sichere Echtzeit-Kommunikation im Gesundheitswesen. Angesichts der NIS-2-Anforderungen und der DSGVO-Risiken durch nicht-konforme Alternativen wie WhatsApp ist er für Einrichtungen, die patientenbezogene Kommunikation digital abwickeln wollen, die einzige rechtssichere Option.

Können Einweiser den TI-Messenger nutzen, ohne denselben Anbieter zu haben wie die Klinik?

Ja. Das ist einer der zentralen Vorteile des TI-Messengers gegenüber proprietären Lösungen. Alle gematik-zertifizierten TI-Messenger basieren auf dem Matrix-Protokoll und sind interoperabel. Ein niedergelassener Arzt mit einem anderen TI-Messenger-Anbieter kann problemlos mit einer Klinik kommunizieren, die Famedly nutzt. Der Verzeichnisdienst (VZD) macht alle eingetragenen Leistungserbringer auffindbar.

Wie lange dauert die Einführung eines TI-Messengers in einer Klinik?

Das hängt vom Umfang des Projekts ab. Der technische Aufwand ist bei einer Cloud-Lösung gering: Die Einrichtung dauert typischerweise wenige Tage, sobald die TI-Anbindung (SMC-B, eHBA) vorhanden ist. Der größere Aufwand liegt in der organisatorischen Vorbereitung: Einbindung von Datenschutz, Betriebsrat und IT sowie das Onboarding der ersten Nutzergruppe. Best Practice ist ein schneller Pilot mit einer Fachabteilung, bevor der Rollout auf die gesamte Klinik ausgeweitet wird.

Was passiert, wenn ein Einweiser keinen TI-Messenger nutzt?

Einweiser ohne TI-Messenger sind über diesen Kanal nicht erreichbar. In diesem Fall bleibt die Kommunikation auf KIM (für formale Dokumente) und Telefon beschränkt. Da die Verbreitung des TI-Messengers im ambulanten Bereich wächst, wird diese Einschränkung mit der Zeit geringer. Für Kliniken lohnt es sich, aktiv bei wichtigen Einweisern für die TI-Messenger-Nutzung zu werben – zum Beispiel durch Information über die einfache Einrichtung und die kostenfreie Nutzung für Vertragsärzte.

Wie verhält sich der TI-Messenger zu bestehenden Einweiserportalen?

Einweiserportale bieten Transparenz über den Behandlungsverlauf, sind aber häufig unidirektional: Die Klinik stellt Informationen bereit, der Einweiser kann sie einsehen. Patientenbezogene Rückfragen sind aus datenschutzrechtlichen Gründen oft nicht möglich. Der TI-Messenger schließt genau diese Lücke: Er ermöglicht bidirektionale, patientenbezogene Kommunikation in Echtzeit, Ende-zu-Ende-verschlüsselt und TI-zertifiziert. Beide Lösungen können sinnvoll nebeneinander existieren.

Verweise

Über den Autor

Selenia Di Mattia
Head of Marketing

Selenia Di Mattia teilt auf unserem Blog ihre Einblicke in die Digitalisierung im Gesundheitswesen, mit einem besonderen Fokus auf sicheres Messaging und dessen Anwendung im medizinischen Bereich.

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