Medikationsabstimmung ohne Kommunikationsbrüche – so geht's in der Praxis
✓ Erfahren Sie, wie Ihr Krankenhaus WhatsApp & Fax bei Medikationsrückfragen ablöst ✓ Sehen Sie, wie TI-Messenger-Kommunikation an Aufnahme, Verlegung und Entlassung konkret funktioniert ✓ Prüfen Sie gemeinsam mit uns, ob Ihre TI-Anbindung für den Einstieg ausreicht ✓ Starten Sie mit einer Pilotstation – ohne großen Rollout-Aufwand
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Medikationsabstimmung: Schluss mit Fax, Telefon und WhatsApp

14.4.26
7
Min. Lesezeit
Selenia Di Mattia
Head of Marketing
Dosierungsfragen per WhatsApp, Entlassmedikation per Fax – und der Pflegedienst arbeitet am nächsten Morgen mit veralteten Listen. Famedly schließt die Kommunikationslücke, die kein Datensystem löst.
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Medikationsabstimmung: Schluss mit Fax, Telefon und WhatsApp
Dosierungsfragen per WhatsApp, Entlassmedikation per Fax – und der Pflegedienst arbeitet am nächsten Morgen mit veralteten Listen. Famedly schließt die Kommunikationslücke, die kein Datensystem löst.

Das Thema kurz und kompakt

  • Kommunikation, nicht Daten, ist das Kernproblem: Bis zu 50 % aller Medikationsfehler entstehen an Versorgungsübergängen durch schlechte Abstimmung zwischen Berufsgruppen und Einrichtungen – nicht durch fehlende Dokumentation.
  • Die ePA schließt nur einen Teil der Lücke: Die ePA-Medikationsliste zeigt, was verordnet und eingelöst wurde – aber nicht, warum ein Medikament pausiert wurde oder ob eine Dosisanpassung dauerhaft ist. Echtzeit-Rückfragen brauchen Echtzeit-Kommunikation.
  • WhatsApp ist keine rechtssichere Alternative: Auch ohne Klarnamen verstoßen medikationsbezogene Abstimmungen über WhatsApp gegen DSGVO, § 203 StGB und NIS-2 – mit persönlicher Haftung für Geschäftsführer bei Verstößen.
  • Famedly als TI-Messenger schließt die Kommunikationslücke: Der TI-Messenger von Famedly ermöglicht DSGVO-konforme Echtzeit-Abstimmung zwischen Krankenhaus, Pflegedienst, Hausarzt und Apotheke – einrichtungsübergreifend und vollständig dokumentiert. Beim Seniorendienst Rötzel führte dieser Ansatz zu einer ca. 90 % dokumentierten Kommunikation und ca. 50 % weniger Kommunikationsbeteiligten.

Medikationsabstimmung ist kein Datenproblem – es ist ein Kommunikationsproblem

50 % aller Medikationsfehler in Krankenhäusern entstehen durch Kommunikationsprobleme an Versorgungsübergängen. Nicht durch fehlende Daten, nicht durch falsche Diagnosen – durch schlechte Abstimmung zwischen Berufsgruppen, Stationen und Einrichtungen. Das zeigen internationale Untersuchungen zur Medication Reconciliation, die diesen Zusammenhang über viele Studien hinweg konsistent belegen (PMC, Impact of Electronic Medication Reconciliation).

Die ePA liefert seit Oktober 2025 eine Medikationsliste. Der elektronische Medikationsplan kommt ab Oktober 2026. Aber: Wer klärt die Rückfrage zur Dosierung um 22 Uhr? Wer informiert den Pflegedienst, wenn sich die Entlassmedikation geändert hat? Wer stimmt mit dem Hausarzt ab, wenn eine Allergie nicht dokumentiert ist? Diese Fragen beantwortet kein Datensystem – sie brauchen Echtzeit-Kommunikation.

Warum Medikationsabstimmung so fehleranfällig ist

Die Zahlen hinter dem Problem

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) schätzt, dass die durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen verursachten Kosten in Deutschland jährlich zwischen 816 und 1.233 Millionen Euro liegen. Allein im internistischen Bereich könnten mindestens 87 Millionen Euro pro Jahr durch die Verringerung von Medikationsfehlern eingespart werden. Eine systematische Übersichtsarbeit mit 52 Studien fand, dass im Median in 10,5 % aller Medikationsanordnungen Fehler im Krankenhausbereich entdeckt wurden (Wikipedia: Medikationsfehler).

Die WHO schätzt, dass bis zu 10 % aller Krankenhausaufnahmen auf unerwünschte Arzneimittelereignisse zurückzuführen sind – etwa ein Fünftel davon durch vermeidbare Medikationsfehler. In deutschen Studien wurde gezeigt, dass systematische Medikationsabstimmung (Medication Reconciliation) Diskrepanzen um bis zu 77 % reduzieren kann (Therapeutische Umschau: Medication Reconciliation).

Die drei kritischen Übergänge

Medikationsfehler entstehen nicht zufällig – sie häufen sich an drei definierten Punkten:

  • Aufnahme: Patient bringt einen veralteten oder unvollständigen Medikationsplan mit. Eine Studie am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg zeigte: Bei 23,9 % der erfassten Medikamente fehlten Produktnamen, bei 1,7 % fehlten Dosierungsangaben – der Abgleich mit der Hausliste war dadurch nicht möglich (PMC, Switching-Algorithmus-Studie).
  • Verlegung: Informationen zur Medikation werden mündlich weitergegeben oder gehen beim Systemwechsel zwischen Abteilungen verloren. Auf Intensivstationen waren 10 % aller Fehler auf mündliche Kommunikation zurückzuführen (DocCheck Flexikon: SEE-Studie 2).
  • Entlassung: Die Entlassmedikation wird per Fax oder Arztbrief übermittelt – mit Tagen Verzögerung. Der Pflegedienst, der am nächsten Morgen die Medikamente verabreicht, hat die aktualisierte Liste oft noch nicht.

Kommunikationsbrüche als Hauptursache

Untersuchungen über 10 Jahre haben gezeigt, dass ineffektive Kommunikation im Team der Auslöser für knapp 66 % der medizinischen Fehler ist. Mit 13,3 % sind Medikationsfehler ein häufiges Ergebnis dieser Kommunikationsprobleme (Ärzteblatt: Kommunikationsprobleme im Gesundheitswesen). Besonders kritisch sind Übergaben zwischen Abteilungen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Berufsgruppen.

Der Ist-Zustand: Wie Medikationsabstimmung heute abläuft

40 Minuten pro Patient – und das ist nur der Anfang

Die mittlere Dauer für die Erstellung einer bestmöglichen Medikationsanamnese beträgt 40,2 Minuten pro Patient, mit durchschnittlich 2,3 Informationsquellen pro Patient (ScienceDirect: WHO High 5s Projekt Deutschland). Bei 50 Aufnahmen täglich entspricht das über 33 Stunden reiner Recherchezeit – ohne digitale Unterstützung und effiziente Kommunikation schlicht nicht leistbar.

Das Problem liegt nicht nur in der Zeit, sondern in der Qualität der Informationsquellen: Papier-Medikationspläne sind veraltet, Hausärzte sind telefonisch schwer erreichbar, Apothekendaten liegen in einem anderen System. Jede Rückfrage bedeutet eine Unterbrechung für alle Beteiligten.

Die Sektorenlücke: Wo Informationen verloren gehen

Das deutsche Gesundheitssystem ist strikt in ambulante und stationäre Sektoren getrennt. Was ein Hausarzt verordnet hat, ist im Krankenhaus nicht automatisch sichtbar. Was im Krankenhaus umgestellt wurde, erreicht den Pflegedienst nach der Entlassung oft zu spät. Die Charité Berlin hat in einer Studie (JMIR Medical Informatics, 2025) gezeigt, dass allein innerhalb einer einzigen großen Einrichtung 7.964 verschiedene Arzneimittel über multiple, nicht interoperable Systeme verteilt sind (JMIR Medical Informatics: Interoperable Medication Records).

Übergang Typische Kommunikationslücke Konsequenz
Notaufnahme → Station Allergieinformation nicht weitergegeben Falsche Medikation auf Station
Station → Intensiv Dosisanpassung mündlich kommuniziert, nicht dokumentiert Doppelgabe oder Unterdosierung
Krankenhaus → Pflegeheim Entlassmedikation per Fax, 2–3 Tage Verzögerung Pflegedienst arbeitet mit veralteter Liste
Krankenhaus → Hausarzt Arztbrief mit Medikationsänderungen kommt nach Wochen Hausarzt verschreibt abgesetzte Medikamente erneut

Warum WhatsApp keine Lösung ist

Die Realität auf deutschen Stationen: 59 % der Klinikärzte nutzen Messenger im Berufsalltag – meist entgegen der Datenschutzregeln. Fotos von Medikationsplänen, Rückfragen zu Dosierungen, Abstimmungen bei Schichtwechseln laufen über private WhatsApp-Gruppen. Das ist nicht nur ein Datenschutzverstoß gegen die DSGVO und § 203 StGB (ärztliche Schweigepflicht), sondern auch ein NIS-2-Problem: Die EU-Cybersicherheitsrichtlinie verpflichtet Krankenhäuser als kritische Infrastruktur zu nachweisbar sicheren Kommunikationskanälen. Bei Verstößen haften Geschäftsführer persönlich – Bußgelder von bis zu 10 Millionen Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich. Tools wie WhatsApp sind damit keine geeignete Option, auch wenn keine Klarnamen verwendet werden.

Mehr dazu, warum WhatsApp strukturell ungeeignet für den Klinikalltag ist, erklärt dieser Artikel: Warum WhatsApp keine Lösung für Krankenhäuser ist.

Was die ePA liefert – und was sie nicht löst

Medikationsliste und Medikationsplan: Der aktuelle Stand

Seit Oktober 2025 sind Krankenhäuser verpflichtet, die ePA zu befüllen. Seit April 2026 drohen Sanktionen bei Verstößen. Die ePA 3.0 enthält bereits eine elektronische Medikationsliste: eine chronologische Übersicht aller verordneten und eingelösten Medikamente. Ab Oktober 2026 kommt mit der ePA 3.1 der elektronische Medikationsplan hinzu – mit aktuellem Überblick über Einnahme, Dosierung und Einnahmehinweisen, auch für Pflegedienste und Angehörige nutzbar (gematik Fachportal: ePA für alle).

Das ist ein echter Fortschritt. Der Arzt sieht, ob ein verordnetes Medikament auch eingelöst wurde. Der Pflegedienst hat Zugriff auf die aktuelle Einnahmeliste. Medienbrüche zwischen Papier-Medikationsplan und Stationsdokumentation werden reduziert.

Die Kommunikationslücke bleibt

Aber: Die ePA-Medikationsliste zeigt, was verordnet und eingelöst wurde. Sie zeigt nicht, warum ein Medikament im Krankenhaus pausiert wurde. Sie erklärt nicht, ob eine Dosisanpassung vorübergehend oder dauerhaft ist. Sie beantwortet keine Rückfrage der Pflegekraft um 23 Uhr, ob das neue Blutdruckmittel mit dem bestehenden Regime kompatibel ist.

Genau hier liegt die Lücke, die kein Datensystem schließt: die Echtzeit-Abstimmung zwischen den Menschen, die die Medikation verantworten. Daten können dokumentiert werden – Entscheidungen müssen kommuniziert werden.

Sichere Echtzeit-Kommunikation als Schlüssel

Was ein TI-Messenger im Medikationsprozess leistet

Der TI-Messenger der gematik ist der einzige Kommunikationskanal, der DSGVO, § 203 StGB und NIS-2 mit einer Lösung adressiert – und gleichzeitig einrichtungsübergreifend funktioniert. Das entscheidende Merkmal: TI-Messenger verschiedener Hersteller können direkt miteinander kommunizieren. Wenn das Krankenhaus Anbieter A nutzt und die zuweisende Arztpraxis Anbieter B, ist das kein Problem. Diese Interoperabilität ist bei WhatsApp, Siilo oder Teams strukturell nicht gegeben.

Für die Medikationsabstimmung bedeutet das konkret:

  • Rückfragen zur Dosierung zwischen Arzt und Pflege werden dokumentiert und sind nachvollziehbar – kein Informationsverlust bei Schichtwechsel
  • Fotos von Wunden, Medikationsänderungen oder Laborwerten können DSGVO-konform geteilt werden
  • Der Hausarzt kann direkt über den Verzeichnisdienst gefunden und kontaktiert werden – ohne Telefonzentrale
  • Pflegedienste erhalten Entlassmedikation in Echtzeit, nicht zwei Tage später per Fax
  • Konsile zwischen Stationen oder einrichtungsübergreifend laufen strukturiert und protokolliert ab

Praxisbeispiel: Medikationsabstimmung zwischen Pflegedienst und Arzt

Problem: Eine Pflegekraft ist ambulant beim Patienten vor Ort und stellt fest, dass sich die Wundsituation verändert hat. Sie ist sich unsicher, ob die aktuelle Medikation noch passt, und kann den Hausarzt telefonisch nicht erreichen.

Lösung: Die Pflegekraft fotografiert die Wunde und sendet das Bild über den TI-Messenger direkt an den Hausarzt. Der Hausarzt schätzt die Situation ein und gibt innerhalb von Minuten eine Rückmeldung – inklusive Anpassung der Medikation, falls nötig.

Ergebnis: Kein unnötiger Patiententransport, keine Verzögerung bei der Medikationsanpassung, vollständige Dokumentation der Abstimmung im Chat. Beim Seniorendienst Rötzel hat diese Art der Kommunikation zu einer ca. 90 % dokumentierten Kommunikation und ca. 50 % weniger Kommunikationsbeteiligten geführt – mit schnelleren Reaktionszeiten und weniger Informationsverlust. Mehr dazu in den Famedly Erfolgsgeschichten.

Praxisbeispiel: Medikationsrückfrage bei Schichtwechsel

Problem: Der Nachtdienst übernimmt und stellt fest, dass ein Patient eine Dosisanpassung erhalten hat, die mündlich kommuniziert wurde. Die dokumentierte Akte zeigt noch die alte Dosierung.

Lösung: Der abgehende Arzt hat die Anpassung bereits im fallbasierten Chatraum des TI-Messengers dokumentiert – mit Zeitstempel und Begründung. Der Nachtdienst findet die Information sofort, ohne jemanden anrufen zu müssen.

Ergebnis: Keine Dosierungsfehler durch mündliche Übergaben, vollständige Nachvollziehbarkeit, kein Informationsverlust. An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat die Einführung des TI-Messengers von Famedly in der Dermatologie sofort zu weniger Rückfragen und schnellerer Befundübermittlung geführt – mit hoher Akzeptanz bei Ärzten und Pflegekräften ohne gesonderte Schulung.

Ein Stufenplan für die Praxis

Für größere Einrichtungen hat sich ein dreistufiges Vorgehen bewährt: mit einer Pilotstation starten, intern skalieren, dann extern vernetzen.

Stufe 1: Sichere interne Kommunikation einführen

Mit einer Station beginnen, die einen hohen Anteil an Polypharmazie-Patienten hat – typischerweise Innere Medizin oder Geriatrie. Ziel ist es, WhatsApp und Telefon für medikationsbezogene Rückfragen zu ersetzen. Die TI-Infrastruktur, die für die ePA-Pflicht ohnehin aufgebaut werden muss, kann dabei direkt mitgenutzt werden. Wer die TI-Anbindung bereits hat, kann den TI-Messenger mit geringem Zusatzaufwand einführen.

Wichtig in dieser Phase: Datenschutzbeauftragten, Betriebsrat und IT frühzeitig einbinden. Die technische Implementierung ist nicht die Hürde – die organisatorische Freigabe dauert oft länger als die Einrichtung selbst.

Stufe 2: Interne Skalierung und Workflow-Integration

Nach dem Piloten die Lösung auf weitere Stationen ausrollen – idealerweise basierend auf Nachfrage aus den Abteilungen, nicht durch Top-down-Verpflichtung. Fallbasierte Chaträume, die automatisch pro Behandlungsfall erstellt werden, reduzieren manuelle Dokumentation und halten alle Beteiligten auf dem gleichen Stand. Die Integration in bestehende KIS-Systeme über Active Directory oder Entra ID sorgt dafür, dass neue Mitarbeitende automatisch provisioniert werden.

Stufe 3: Einrichtungsübergreifende Vernetzung

Sobald die interne Kommunikation stabilisiert ist, die externe Vernetzung angehen: Hausärzte, Pflegedienste, Apotheken und Fachpraxen über den TI-Verzeichnisdienst erreichbar machen. Gerade für die Medikationsüberleitung bei Entlassung ist dieser Schritt entscheidend – und durch die TI-Pflicht für Pflegeeinrichtungen seit Juli 2025 ist die Gegenseite bereits angebunden. Mehr zu den konkreten Anwendungsfällen der einrichtungsübergreifenden Kommunikation: Anwendungsfälle TI-Messenger.

Checkliste: Medikationsabstimmung systematisch verbessern

  • Unsichere Kommunikationskanäle (WhatsApp, SMS) für medikationsbezogene Abstimmungen identifizieren und ablösen
  • TI-Anbindung prüfen – SMC-B-Karte vorhanden und aktiv?
  • Pilotstation für TI-Messenger auswählen (hoher Polypharmazie-Anteil empfohlen)
  • Datenschutzbeauftragten und Betriebsrat frühzeitig einbinden
  • ePA-Medikationsliste in Aufnahme-Workflow integrieren
  • Prozess für Entlassmedikation definieren: Wer informiert wen, über welchen Kanal?
  • Externe Partner (Hausärzte, Pflegedienste) über TI-Verzeichnisdienst erreichbar machen
  • Vorbereitung auf elektronischen Medikationsplan (eMP) ab Oktober 2026

FAQ: Medikationsabstimmung im Krankenhaus

Was ist Medication Reconciliation und warum ist sie in Deutschland besonders herausfordernd?

Medication Reconciliation bezeichnet den systematischen Abgleich aller Medikamente eines Patienten an Versorgungsübergängen – bei Aufnahme, Verlegung und Entlassung. In Deutschland erschwert die strikte Trennung von ambulantem und stationärem Sektor diesen Prozess erheblich: Hausarzt-Verordnungen sind im Krankenhaus nicht automatisch sichtbar, Rabattverträge erzwingen Umstellungen auf die Hausliste, und klinische Pharmazeuten, die den Prozess unterstützen könnten, sind strukturell unterrepräsentiert (Hospital Pharmacy Europe).

Löst die ePA das Problem der Medikationsabstimmung?

Die ePA-Medikationsliste ist ein wichtiger Baustein, aber kein Ersatz für Echtzeit-Kommunikation. Sie zeigt, was verordnet und eingelöst wurde – aber nicht, warum ein Medikament pausiert wurde, ob eine Dosisanpassung dauerhaft ist oder wie eine Rückfrage der Nachtwache zur Kompatibilität zweier Wirkstoffe beantwortet werden soll. Daten können dokumentiert werden; Entscheidungen müssen kommuniziert werden.

Darf ich Medikationsfragen über WhatsApp klären, wenn ich keine Patientennamen nenne?

Nein. Auch ohne Klarnamen können Patientendaten durch Kombination von Informationen (Station, Diagnose, Medikament, Zeitpunkt) identifizierbar sein. WhatsApp verarbeitet Metadaten auf US-amerikanischen Servern und verstößt damit gegen die DSGVO, gegen § 203 StGB (ärztliche Schweigepflicht) und gegen NIS-2-Anforderungen an sichere Kommunikationskanäle für kritische Infrastruktur. Bei Verstößen haften Geschäftsführer persönlich.

Wie unterscheidet sich der TI-Messenger von KIM?

KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist ein sicherer E-Mail-Dienst der Telematikinfrastruktur für asynchrone Kommunikation – beispielsweise für den elektronischen Arztbrief. Der TI-Messenger ergänzt KIM für Echtzeit-Kommunikation: Rückfragen, Abstimmungen, Übergaben und fallbezogene Chats, die nicht auf eine E-Mail-Antwort warten können. Beide Dienste sind komplementär. Mehr zu den Unterschieden: KIM vs. TI-Messenger.

Wie aufwendig ist die Einführung eines TI-Messengers in einer Klinik?

Der technische Aufwand ist überschaubar: Über eine Cloud-Lösung mit Anbindung an bestehende Verzeichnisdienste wie Microsoft Active Directory oder Entra ID sind neue Nutzer schnell einsatzbereit. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Technik, sondern in der organisatorischen Vorbereitung: Datenschutzbeauftragter, Betriebsrat und IT müssen frühzeitig eingebunden werden. Best Practice ist ein Pilotprojekt mit einer Station, das auf Basis der Nutzernachfrage ausgerollt wird – nicht als Top-down-Pflichteinführung. An der MHH hat dieser Ansatz dazu geführt, dass andere Abteilungen den Messenger aktiv angefordert haben, nachdem die Dermatologie erste Ergebnisse gezeigt hat.

Was müssen Pflegeeinrichtungen bei der Medikationsüberleitung beachten?

Pflegeeinrichtungen sind seit Juli 2025 verpflichtend an die Telematikinfrastruktur angebunden. Das bedeutet: Die technische Brücke für eine sichere Kommunikation mit Krankenhäusern steht bereits. Kritisch bleibt die Entlassmedikation – der Moment, in dem ein Patient aus dem Krankenhaus ins Pflegeheim wechselt und die aktualisierte Medikationsliste den Pflegedienst rechtzeitig erreichen muss. Ein TI-Messenger ermöglicht hier die direkte Übermittlung in Echtzeit, statt auf den Arztbrief per Fax zu warten. Mehr zur TI-Anbindung für Pflegeeinrichtungen: Telematikinfrastruktur in der Pflege.

Verweise

Über den Autor

Selenia Di Mattia
Head of Marketing

Selenia Di Mattia teilt auf unserem Blog ihre Einblicke in die Digitalisierung im Gesundheitswesen, mit einem besonderen Fokus auf sicheres Messaging und dessen Anwendung im medizinischen Bereich.

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